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Forschung » Wachstumshormon

Wachstumshormon

(human Growth Hormon, Somatotropin)

  • endogenes Peptidhormon
  • in der Hypophyse gespeichert und von dort in Schüben in den Blutkreislauf freigesetzt
  • wird als anaboles Hormon zum Doping missbraucht
  • seit Ende der 80iger Jahre gentechnisch hergestellt und hauptsächlich zur Behandlung von Zwergwuchs bei Kindern eingesetzt
  • wirkt hauptsächlich über das in der Leber produzierte IGF-I (insulin-like growth factor I)
  • zeigt bei Überdosierung eine Vielzahl teils schwerwiegender Nebenwirkungen

Detektion des Missbrauchs

Da die Konzentration von Wachstumshormon in der Zirkulation stark schwankt (sezerniert in Schüben), können keine Grenzwerte für hGH im Serum festgelegt werden.

Um die missbräuchliche Anwendung von Wachstumshormon nachzuweisen, gibt es verschiedene Ansätze:

  • durch Ausnutzung der strukturellen Unterschiede zwischen gentechnisch hergestelltem und natürlichem Wachstumshormon: Gentechnisch hergestelltes Wachstumshormon besteht aus nur einer Isoform (22 kDa) im Gegensatz zum natürlich vorkommenden hGH, welches ein Gemisch aus einer Vielzahl von Varianten (Dimeren, Bruchstücken) darstellt. Analysiert man die Zusammensetzung des Wachstumshormons kann man Rückschlüsse auf dessen Herkunft ziehen.
  • Untersuchung der biologischen Wirkung: Wachstumshormon initialisiert im Organismus die Synthese verschiedener Proteine, darunter IGF-I, PIIINP, IGFBP-3.
Im IDAS wird an der Entwicklung einer Methode gearbeitet, die basierend auf solchen Markern den Nachweis der missbräuchlichen Anwendung von Wachstumshormon möglich macht. Dazu werden u.a. Referenzwerte für IGF-I, PIIINP, IGFBP-3 und andere Marker ermittelt und Einflussfaktoren auf deren Konzentration im Serum von Athleten bestimmt.